Wenn du glaubst, dass dein Internet nicht so schnell ist, wie es sein sollte, oder dass Videos ständig puffern, könnte es sein, dass dein Internetdienstanbieter (ISP) absichtlich deine Bandbreite drosselt. Hier erfährst du, wie du herausfinden kannst, ob du von Bandbreitendrosselung betroffen bist und wie du sie umgehen kannst.

Was ist Bandbreitendrosselung?

Von Bandbreitendrosselung spricht man, wenn dein ISP deine Verbindung absichtlich verlangsamt. Die Drosselung begrenzt den Datenfluss von und zu deinem Gerät, indem sie die Geschwindigkeit einschränkt, mit der du Daten verarbeiten kannst. Jeder ISP kann deine Bandbreite drosseln, obwohl dies bei mobilen und kabellosen ISPs häufiger vorkommt.

Die Bandbreite misst, wie viele Daten in einer bestimmten Zeit (normalerweise eine Sekunde) übertragen werden können. Wenn dein ISP deine Bandbreite drosselt, schränkt er künstlich ein, wie viele Daten deine Internetverbindung überträgt, was zu längeren Ladezeiten für Websites, Apps und andere Online-Inhalte führt.

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Warum drosseln einige ISPs deine Bandbreite?

Es gibt viele Gründe, warum ein ISP deine Bandbreite einschränken könnte, darunter die Bewältigung von Netzwerküberlastungen und die Verlangsamung von Verbindungen zu Websites, die nicht für eine bevorzugte Behandlung im Netzwerk („Überholspur“) bezahlt haben.

Netzwerküberlastung

ISPs drosseln möglicherweise deine Internetgeschwindigkeit, um die Netzwerküberlastung zu Spitzenzeiten, wenn viele Menschen gleichzeitig das Internet nutzen, besser zu verwalten. Je mehr Menschen das Internet nutzen, desto mehr Bandbreite verbrauchen sie, was die Überlastung des Netzwerks erhöht. ISPs drosseln die Bandbreite aller Nutzer zu Spitzenzeiten, um sicherzustellen, dass neue Verbindungen nicht blockiert werden. Das kann der Grund sein, warum du zu bestimmten Tageszeiten langsame Internetgeschwindigkeiten erlebst, zu anderen jedoch nicht.

Obwohl es besser wäre, wenn dein ISP seinem Netzwerk mehr Bandbreite hinzufügen würde, ist das nicht immer möglich, insbesondere bei Anbietern, die Internet über kabellose Verbindungen oder Satellitenverbindungen bereitstellen. In diesen Fällen ist die Begrenzung der Bandbreite die einfachste Lösung für Netzwerküberlastungen.

Manchmal drosselt dein ISP deine Verbindung, wenn er merkt, dass du Torrents nutzt, Games spielst oder streamst – all das erfordert viel Bandbreite. ISPs tun dies, um einen normalen Dienst für Kunden zu gewährleisten, die weniger Bandbreite verbrauchen.

Datenlimits

Wenn du ein Internet-Abonnement mit einem Datenlimit hast, drosselt dein ISP möglicherweise deine Bandbreite, wenn du dein Datenlimit erreichst, anstatt deine Datenverbindung ganz zu kappen. In diesem Fall wirst du langsame Verbindungsgeschwindigkeiten erleben, bis dein nächster Abrechnungszeitraum beginnt, und dann stellt dein ISP deine gewohnten Geschwindigkeiten wieder her. Ob dein ISP deine Daten drosselt oder sie ganz abschaltet, hängt von deinem Mobilfunkanbieter und den Details deines spezifischen Abonnements ab.

Datenlimits gibt es am häufigsten bei mobilen ISPs, da die meisten Glasfaser- und Kabel-Breitbandanbieter im Allgemeinen keine Abonnements mit Datenlimits verkaufen.

Überholspur

Die umstrittenste Art der Bandbreitendrosselung ist die bezahlte Priorisierung. Anstatt dir unabhängig von der besuchten Website eine Standard-Bandbreite zur Verfügung zu stellen, akzeptiert ein ISP bei der bezahlten Priorisierung Zahlungen von einer Website oder von Diensten im Austausch für zusätzliche Bandbreite. Dies ermöglicht es dieser Website, sich eine „Überholspur“ zu kaufen und ihren Datenverkehr priorisieren zu lassen, was ihren Nutzern einen schnelleren Dienst bietet als andere Websites, die nicht für eine Überholspur bezahlen.

Diese Art der Bandbreitendrosselung war eines der Hauptprobleme beim Kampf um die Erhaltung der Netzneutralität im Jahr 2017. Nachdem die FCC die Regeln zum Schutz der Internetneutralität aufgehoben hatte, waren ISPs nicht mehr verpflichtet, den gesamten Internetverkehr gleich zu behandeln, und konnten Bandbreitendrosselungen einführen, um „Überholspuren“ zu schaffen.

Ist Bandbreitendrosselung legal?

Bandbreitendrosselung ist legal und in vielen Fällen auch notwendig. Der Großteil der Bandbreitendrosselung findet statt, wenn ISPs versuchen, die Überlastung ihres Netzwerks zu begrenzen und einen zuverlässigen Dienst für ihre Kunden aufrechtzuerhalten. Wenn ISPs die Nachfrage nicht verwalten könnten, könntest du dich zu Spitzenverkehrszeiten möglicherweise nicht verbinden.

In den USA erklärte die Open Internet Order von 2015(neues Fenster) die Drosselung für illegal, es sei denn, sie diente einer „angemessenen Netzwerkverwaltung“ oder erfüllte andere technische Anforderungen. Allerdings hat die FCC im Jahr 2017 die Regeln zum Schutz des offenen Internets aufgehoben, wodurch die bezahlte Priorisierung und andere Arten von Blockierungen und Drosselungen legalisiert wurden.

So prüfst du, ob dein ISP dein Internet drosselt

Du kannst nicht immer erkennen, wenn dein ISP deine Bandbreite drosselt, da er dich nicht informieren muss, wenn er dein Internet einschränkt, und viele andere Faktoren deine Internetgeschwindigkeit verlangsamen können. Du kannst jedoch ein VPN verwenden, um zu überprüfen, ob eine Bandbreitendrosselung die Ursache für dein langsames Internet ist.

1. Verwende ein Tool zur Geschwindigkeitsprüfung, um deine Internetgeschwindigkeit zu messen

Bevor du feststellen kannst, ob dein ISP dein Internet drosselt, musst du deine normale Internetgeschwindigkeit messen. Du kannst dies mit einem Online-Geschwindigkeitstest wie speedtest.net(neues Fenster) oder fast.com(neues Fenster) tun und den Anweisungen auf dem Bildschirm folgen.

Deine Ergebnisse umfassen deinen Ping(neues Fenster), deine Download-Geschwindigkeit und deine Upload-Geschwindigkeit. Schreibe dir diese Werte auf. Für genauere Tests kannst du deine Verbindungsgeschwindigkeit mit zwei verschiedenen Geschwindigkeitstest-Tools überprüfen, da verschiedene Tools leicht unterschiedliche Ergebnisse liefern können.

2. Verwende ein VPN, um deine Internetgeschwindigkeit zu testen

Der nächste Schritt besteht darin, ein VPN für dein Gerät herunterzuladen. Damit dein Test genau ist, solltest du ein VPN ohne Datenlimits oder künstliche Geschwindigkeitsbegrenzungen wählen.

Sobald du das VPN installierst, verbinde dich in der App mit dem nächstgelegenen VPN-Server. Es ist wichtig, sich mit dem am nächsten gelegenen Server zu verbinden, da die Verbindung mit einem weiter entfernten Server deine Internetgeschwindigkeit verlangsamen kann.

Während du mit dem VPN-Server verbunden bist, wiederhole Schritt eins, indem du dasselbe Geschwindigkeitstest-Tool aufrufst und eine neue Messung deiner Internetgeschwindigkeit durchführst.

3. Vergleiche deine Messwerte

Wenn du feststellst, dass dein Internet schneller ist, während du mit einem VPN verbunden bist, hat dein ISP wahrscheinlich ein Bandbreitenlimit für deine Verbindung eingerichtet. Dies ist möglicherweise nur zu Spitzenzeiten der Fall, daher solltest du diesen Test über den Tag verteilt durchführen, um herauszufinden, wann dein Internet beeinträchtigt ist.

So stoppst du die Bandbreitendrosselung

Die Methode, um deinen ISP daran zu hindern, deine Bandbreite zu drosseln, hängt davon ab, warum er deine Nutzung einschränkt.

Nutze ein VPN

Obwohl du ein VPN nicht verwenden kannst, um die Datenlimits deines ISPs zu umgehen oder eine bezahlte Priorisierung zu umgehen, kannst du ein VPN verwenden, um zu verhindern, dass dein ISP deine Online-Aktivitäten überwacht und diese Informationen nutzt, um deinen Datenverkehr zu verlangsamen.

Wenn dein ISP beispielsweise deine Bandbreite beim Gaming drosselt, bleibt deine Online-Aktivität durch die Verwendung eines VPNs privat. Wenn dein ISP nicht weiß, dass du spielst, kann er dies nicht als Grund nutzen, um deine Bandbreite einzuschränken.

Wechseln der Verbindungsart

Wenn du hauptsächlich einen mobilen oder anderen kabellosen ISP nutzt, sollte der Wechsel zu einem Glasfaser- oder Breitbandanbieter deine Bandbreite erhöhen. Mobile ISPs leiden eher unter Netzwerküberlastungen und drosseln daher häufiger die Bandbreite ihrer Kunden. Der Wechsel des ISP ist jedoch verständlicherweise nicht für jeden eine Option.

Führe ein Upgrade deines Daten-Abonnements durch

Wenn dein ISP dein Internet drosselt, weil du dein Datenlimit erreicht hast, solltest du entweder deinen gesamten Datenverbrauch reduzieren oder ein Upgrade auf ein Abonnement mit einem höheren Limit durchführen. Einige mobile ISPs bieten Abonnements mit unbegrenztem Datenvolumen an.

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FAQs

Was ist Bandbreite?

Die Bandbreite ist die Menge an Informationen, die pro Sekunde über deine Verbindung gesendet werden kann. Die Maßeinheit für die Bandbreite ist normalerweise Mbit/s (beachte das klein geschriebene b), was für Megabit pro Sekunde steht. Ein Megabit ist eine Million Bit. Wenn du also eine Internetgeschwindigkeit von 60 Mbit/s hast, sind das 60 Megabit pro Sekunde.
Verwechsle Mbit/s nicht mit MB/s (beachte das groß geschriebene B), was für Megabyte pro Sekunde steht und normalerweise verwendet wird, um zu messen, wie schnell Dateien heruntergeladen oder hochgeladen werden.

Kann ein VPN die Bandbreitendrosselung stoppen?

Ja, ein VPN kann die Bandbreitendrosselung unter bestimmten Umständen stoppen. Ein VPN verhindert, dass dein ISP sieht, welche Websites du besuchst oder was du online tust. Wenn dein ISP deine Bandbreite drosselt, weil du Websites besuchst, die nicht für eine Priorisierung auf der „Überholspur“ bezahlt haben(neues Fenster), verhindert die Nutzung eines VPNs, dass dein ISP dies sieht. Wenn dein ISP nicht weiß, was du online tust, kann er deine Bandbreite nicht basierend auf diesen Informationen einschränken.

Wird ein VPN mein Internet verlangsamen?

Die Nutzung eines VPNs verlangsamt deine Internetverbindung geringfügig. Das liegt daran, dass ein VPN deinen Datenverkehr über einen VPN-Server leitet, was zusätzliche Zeit in Anspruch nimmt. Die Nutzung eines schnellen VPNs ohne Geschwindigkeitsbegrenzungen minimiert jedoch die Auswirkungen auf die Surfgeschwindigkeit, sodass sie kaum spürbar sind.