Das Point-to-Point Tunneling Protocol (PPTP) ist ein VPN-Protokoll, das verwendet wird, um die Verbindung zwischen deinem Gerät und einem VPN-Server zu sichern. Als eines der ältesten VPN-Protokolle ist PPTP von zahlreichen Sicherheitsproblemen geplagt und gilt heute als veraltet.
Dennoch sorgen die breite Kompatibilität mit einer Vielzahl von älterer Software und Hardware, die einfache Einrichtung, das schlanke Design sowie die hohen Kosten für Unternehmen, ihre alten PPTP-basierten VPN-Systeme im internen Firmennetzwerk upzugraden, dafür, dass das Protokoll im Jahr 2021 weiterhin weit verbreitet ist.
Was ist ein VPN-Protokoll?
Das VPN-Protokoll ist eine Mischung aus Übertragungsprotokollen und Verschlüsselungsstandards, die eine sichere Verbindung zwischen deinem Gerät und einem VPN-Server herstellen und die Daten während der Übertragung verschlüsseln.
Ein VPN-Protokoll sollte drei Dinge bieten:
- Authentifizierung – verhindert, dass unbefugte Benutzer sich mit dem VPN-Server verbinden
- Vertraulichkeit – Verwendung von Verschlüsselung, um sicherzustellen, dass niemand auf die Inhalte der über das VPN-Netzwerk gesendeten Datenpakete zugreifen („sniffen“) kann
- Integrität – erkennt, ob übertragene Daten in irgendeiner Weise manipuliert wurden
Zu den heute verwendeten VPN-Protokollen gehören:
- PPTP
- L2TP/IPsec
- IKEv2 (/IPsec)
- OpenVPN
- WireGuard®
- SSTP
- SoftEther
- Cisco AnyConnect (und die Open-Source-Variante OpenConnect) – diese Protokolle werden fast ausschließlich für VPN-Intranets von Unternehmen verwendet, nicht von kommerziellen VPN-Diensten wie Proton VPN.
Erfahre mehr über VPN-Protokolle
Was ist ein PPTP-VPN?
Geschichte
Entwickelt von einem von Microsoft gegründeten Konsortium, wurde die Spezifikation für PPTP für die Erstellung von VPN-Verbindungen über Wählverbindungen entworfen und im Jahr 1999 veröffentlicht. Microsoft fügte Windows 95 schnell PPTP-Support hinzu, mit dem Ergebnis, dass es schnell überall zum Standard-VPN-Protokoll für Unternehmensintranets wurde.
Support
In den letzten mehr als 20 Jahren wurde der Support für PPTP in fast jede VPN-fähige Plattform integriert, und es wird weiterhin nativ von Windows 11, Android 12, den meisten Linux-Distributionen und der überwiegenden Mehrheit der VPN-fähigen Router unterstützt.
Apple hat jedoch im Jahr 2018 den Support für PPTP aus iOS 10+ und macOS 10.12 Sierra entfernt(neues Fenster) und riet von der Verwendung auf älteren Versionen seiner Betriebssysteme ab.
Neuere Versionen von Chrome OS unterstützen PPTP nicht direkt, aber es ist möglich, PPTP-Verbindungen über das Android-Subsystem auf Chromebooks zu konfigurieren, die den Google Play Store unterstützen.
Wie es funktioniert
PPTP ist ein Tunnelprotokoll(neues Fenster) und an sich kein vollständiges VPN-Protokoll. Verschlüsselung und Authentifizierung werden vom Point-to-Point Protocol(neues Fenster) (PPP) übernommen, aber PPP enthält keinen Routing-Mechanismus, um Pakete an ihr Ziel zu leiten.
PPTP stellt eine TCP-Verbindung zum VPN-Server über Port 1723 her und verpackt die PPP-IP-Pakete mithilfe von Generic Routing Encapsulation(neues Fenster) (GRE) neu. Diese Pakete werden mit Microsoft Point-to-Point Encryption(neues Fenster) (MPPE) verschlüsselt, das eine RSA RC4-Stromverschlüsselung(neues Fenster) mit einer maximalen Schlüssellänge von 128-Bit verwendet.
Die Authentifizierung erfolgt in der Regel über das MS-CHAP-Protokoll (heute v2). (Es ist möglich(neues Fenster), das sicherere AEP-TLS zu verwenden, aber dies erfordert die Implementierung eines Serverzertifikatssystems, was die Vorteile der Verwendung von PPTP überhaupt erst weitgehend zunichte macht.)
Geschwindigkeit
PPTP ist ein sehr einfaches und schlankes VPN-Protokoll. Dies sorgt für eine gute Geschwindigkeitsleistung (insbesondere auf Geräten mit geringer Rechenleistung) und eine gute Akkulaufzeit auf Mobilgeräten. Dies gilt insbesondere im Vergleich zum weitaus sichereren (aber auch umständlicheren) OpenVPN-Protokoll.
Sicherheit
PPTP ist dafür bekannt, zahlreiche kritische Sicherheitsprobleme aufzuweisen. Eines der schwerwiegendsten davon ist die Möglichkeit einer unverschlüsselten MS-CHAP-v2-Authentifizierung, die es einem Angreifer ermöglichen kann, kryptografische Schwachstellen auszusetzen, um an die Anmeldedaten des Benutzers zu gelangen.
Mithilfe dieses Exploits ermöglichen es Tools, die erstmals 2012 von der Krypto-Legende Moxie Marlinspike veröffentlicht wurden, PPTP in weniger als einem Tag zu knacken(neues Fenster). Diese Schwachstelle veranlasste Microsoft selbst dazu, zu empfehlen(neues Fenster), stattdessen L2TP/IP, IKEv2, IPsec oder SSTP zu verwenden.
Im Jahr 2019 gab Microsoft außerdem eine „Anwendbarkeitserklärung(neues Fenster)“ (Applicability Statement) heraus, in der darauf hingewiesen wird, dass das von MS-CHAP v2 verwendete Authentifizierungsverfahren anfällig für Wörterbuchangriffe(neues Fenster) ist. Erschwerend kommt hinzu, dass die von PPTP zur Verschlüsselung von Daten verwendete RC4-Chiffre anfällig für Bit-Flipping-Angriffe(neues Fenster) ist.
Es war daher kaum eine Überraschung, als Der Spiegel (neues Fenster)im Jahr 2014 Dokumente des Whistleblowers Edward Snowden veröffentlichte, die bestätigten, dass die NSA der USA kaum Probleme damit hat, auf mit PPTP gesicherte Daten zuzugreifen.

Zensurresistenz
PPTP verwendet den TCP-Port 1723, und durch GRE gekapselte Pakete verwenden die IP-Protokollnummer(neues Fenster) 47, die beide mithilfe einer Firewall kinderleicht blockiert werden können.
Zusammenfassung
PPTP ist kein sicheres VPN-Protokoll und sollte niemals in einer Situation verwendet werden, in der Sicherheit eine Rolle spielt.
Dank der einfachen Handhabung, des schlanken Designs und der fast allgegenwärtigen Unterstützung kann es in Situationen, in denen Sicherheit kein Problem darstellt, immer noch nützlich sein. Zu den Anwendungsfällen gehört beispielsweise, wenn du eine IPS-Drosselung umgehen, länderspezifische Sperren von Websites aufheben und Netflix-Inhalte streamen möchtest, die du auf Reisen im Ausland abonniert hast.
Wir bei Proton VPN sind jedoch der Meinung, dass die Sicherheitslücken dieses veralteten Protokolls es für seinen Zweck ungeeignet machen und es von modernen kommerziellen VPN-Diensten unverantwortlich ist, PPTP als Option für ihre Benutzer anzubieten.
Bei Proton VPN bieten wir nur kryptografisch sichere VPN-Protokolle an, die mit den höchsten Sicherheitseinstellungen implementiert sind. Diese Protokolle sind:
- OpenVPN
- IKEv2
- WireGuard
Häufig gestellte Fragen
Welchen Port verwendet PPTP?
PPT verwendet den TCP-Port 1723.
Was ist PPTP-Passthrough?
Alle Router verwenden Network Address Translation (NAT), um eingehende und ausgehende Verbindungen lokalen Geräten zuzuordnen, die mit ihnen verbunden sind. Allerdings verstehen nicht alle Router, was mit Paketen zu tun ist, die mit älteren VPN-Protokollen wie PPTP, IPSec und L2TP verschlüsselt wurden.
Um Verkehr abzuwickeln, der diese VPN-Protokolle nutzt, muss ein Router VPN-Passthrough unterstützen. Andernfalls wird der VPN-Verkehr vom Router blockiert. Ein PPTP-Passthrough ersetzt das von PPTP verwendete grundlegende GRE-Protokoll durch eine erweiterte Version, die eine Anruf-ID enthält, mit der er PPTP-Clients identifizieren und deren Pakete korrekt weiterleiten kann.
Die meisten modernen Router verfügen über ein VPN-Passthrough, das alle gängigen VPN-Protokolle verarbeiten kann, die von diesem Problem betroffen sind (einschließlich PPTP). Darüber hinaus sind moderne VPN-Protokolle wie OpenVPN, IKEv2 und WireGuard von diesem Problem nicht betroffen, da sie so konzipiert wurden, um dieses zu beheben.
Benötige ich einen PPTP-Client?
Die meisten VPN-fähigen Geräte und Betriebssysteme enthalten einen nativen PPTP-VPN-Client. Eine große Ausnahme bilden Apple-Geräte, die PPTP nicht mehr unterstützen. Das ist ein guter Schritt von Apple, da modernere VPN-Protokolle alles können, was PPTP kann, während sie gleichzeitig viel sicherer sind.






